Anwendungsportfolio-Management mit Low-Code

Was ist Anwendungsportfolio-Management?

Das Anwendungsportfolio ist eine Sammlung von Softwareanwendungen, die ein Unternehmen verwendet, um seine Geschäftsziele zu erreichen. Dazu gehören Verbesserung der betrieblichen Effizienz, Marktdifferenzierung, Kostenersparnis und digitale Transformation.

Ein Anwendungsportfolio zu verwalten ist dem Management eines Anlageportfolios ähnlich. Es ist die Kunst und Wissenschaft, Unternehmensanwendungen zu identifizieren, zu entwickeln, zu überwachen und zu verwalten, die mit den Geschäftszielen übereinstimmen und einen maximalen Wert für das Unternehmen bereitstellen.

Warum eine Strategie für das Anwendungsportfolio-Management so wichtig ist

Was passiert, wenn ein Anlageportfolio nicht aktiv verwaltet wird? Je nach Größe des Portfolios geht man das Risiko ein, enorme finanzielle Verluste zu erleiden. Wenn Unternehmen keine aktive Strategie für das Anwendungsportfolio-Management verfolgen, besteht die Gefahr, dass sie vor verschiedenen teuren und manchmal unlösbaren Problemen stehen, wie z. B. unkoordinierte Komplexität, Kostenüberschreitung, Herausforderungen bei der Einhaltung von Regularien, Ressourcenverschwendung und vieles mehr. Tatsächlich ist es angesichts des Scheiterns von 68% der IT-Projekte wichtig, ein Anwendungsportfolio aufzubauen und zu verwalten, das aktiv zu den Geschäftszielen beiträgt und kein Investitionsrisiko darstellt.

Gartner prognostiziert, dass der Bedarf an Anwendungen fünf Mal schneller ansteigt, als die Fähigkeit der IT, diese zu erstellen. Die richtige Strategie für das Anwendungsportfolio-Management kann Unternehmen dabei helfen, erfolgreich neue Anwendungen zu entwickeln und die vorhandenen zu verwalten.

„Lücken in unserer Architektur oder in unserem Anwendungsportfolio können wir mit Low-Code unmittelbar schließen und auf den Markt bringen.“

- Matt Rogers, CIO von Suez UK, einem Abfallmanagement-Unternehmen, stand vor der Herausforderung Lücken in seinem Anwendungsportfolio schnell zu finden. Mendix machte dies möglilch.

Geschäftsvorteile des Anwendungsportfolio-Managements

So hilft der Aufbau und die Verwaltung des richtigen Anwendungsportfolios Unternehmen:

  • Innovationen umsetzen

    Unternehmen können neue Technologien wie Augmented Reality (AR)/Virtual Reality (VR), künstliche Intelligenz (KI) und Internet der Dinge (IoT) nutzen, um innovative Anwendungen für ihre Kunden zu entwickeln.

  • Die Kundenbindung verbessern

    Unternehmen können in Apps investieren, die neue Produkte oder Dienstleistungen schaffen, um neue Kunden zu gewinnen oder ein bestehendes Produkt zu verbessern, um Abwanderungen von Kunden zu verhindern. Zum Beispiel Self-Service-Portale oder spezifische mobile Dienste.

  • Risiken mindern

    Durch den Einsatz von Technologien wie Low-Code können Unternehmen Anwendungen entwickeln, die regulationskonform und für die IT leicht zu verwalten sind. So wird das Unternehmen vor der sogenannten Schatten-IT geschützt und die unkoordinierte Komplexität wird verhindert.

  • Neue Produkte und Geschäftsmodelle erstellen

    Unternehmen können Anwendungen erstellen, die strategische Programme ermöglichen, um Geschäftsziele wie die Einführung neuer Geschäftsmodelle, die Erschließung neuer Märkte und die Erhaltung des Wettbewerbsvorsprungs zu erreichen.

  • Projekte und Ressourcenzuweisung priorisieren

    Das Anwendungsportfolio-Management hilft Unternehmen bei der Identifizierung und Priorisierung der Ressourcenzuweisung für diejenigen Anwendungen, die einen geschäftlichen Mehrwert bringen, während überflüssige Anwendungen eliminiert werden.

  • Die betriebliche Effizienz erhöhen

    Unternehmen können ihre Betriebs- und IT-Kosten durch Anwendungen senken, die Prozessautomatisierung und Infrastrukturverbesserungen unterstützen.

Wie man mit dem Portfoliomanagement von Low-Code-Anwendungen beginnt

Allgemeine Passgenauigkeit

Bei diesem Schritt wird entschieden, zu welchen Geschäftsinitiativen die Low-Code-Technologie passt. Daraufhin wird ein breites Portfolio von Anwendungen aufgebaut, das eine geringe Markteinführungszeit hat und Anwendungen enthält, die datengesteuert, benutzerfreundlich und geräteübergreifend sind.

Die meisten Apps fallen in einen von drei Anwendungsfällen: Erstens Innovationsanwendungen, die auf neuen Technologien wie KI, IoT, Blockchain usw. basieren; zweitens differenzierende Anwendungen wie Self-Service-Portale oder spezifische mobile Dienste, die sich auf die Kundenbindung oder die betriebliche Effizienz konzentrieren; drittens datenlastige Anwendungen wie Abrechnungssysteme, CRM und Gehaltsabrechnung.

Unternehmen können die oben genannten drei Anwendungsfälle auf zwei Parametern abbilden: Vordefinierte Anforderungen für die Erstellung einer App und die Änderungsrate, also die Wahrscheinlichkeit, wie schnell und häufig sich die Anforderungen an eine App ändern werden. Je nach Art der Anwendungsfälle haben Innovationsanwendungen die geringsten vordefinierten Anforderungen, weisen jedoch die höchste Änderungsrate auf, während datenlastige Anwendungen die detailliertesten vordefinierten Anforderungen verlangen, aber die geringste Änderungsrate aufweisen.

Die Low-Code-Plattform von Mendix folgt der agilen Entwicklungsmethodik. Anwendungen mit einem geringeren Niveau an vordefinierten Anforderungen und einer hohen erwarteten Änderungsrate - Innovationsanwendungen und differenzierende Anwendungen – sind daher prädestiniert für den Aufbau des Anwendungsportfolios.

Für erfolgreiche Innovations- oder differenzierende Anwendungen ist es zudem wahrscheinlich, dass die Applikation Daten aus den bestehenden Anwendungen beziehen muss. Mit der Mendix-Technologie ist dies einfach umzusetzen und die Entwicklung von Anwendungen wird beschleunigt.

Definieren Sie die Top- Initiativen, mit denen Sie beginnen möchten

Der Zweck dieses Schrittes besteht darin, die besten fünf bis zehn Anwendungen aus dem in Schritt 1 erstellten breiteren Anwendungsportfolio zu identifizieren und sicherzustellen, dass Anwendungen den versprochenen Nutzen erfüllen. Der Prozess der Auswahl Ihrer Top-Initiativen besteht darin, für jede Anwendung fünf einfache Validierungsfragen zu stellen:

  1. Bietet die geplante Anwendung den gewissen „Wow-Effekt“ auf deren Endnutzer?
  2. Hat die Anwendung einen klaren geschäftlichen Nutzen?
  3. Kann die erste Version ein Minimal Viable Product (MVP) mit genügend Funktionen sein, um die Endnutzer zufrieden zu stellen?
  4. Ist die Anwendung bei den Endnutzern sehr beliebt und hat sie eine geringe/mittlere Komplexität?
  5. Ist die Größe der Anwendung klein oder mittel in Bezug auf einige vordefinierte Kategorien wie beteiligte Teams, Integrationsanforderungen, erwartete MVP-Funktionalität, usw.?

Wenn die Antwort auf all diese Fragen "ja" lautet, ist diese App eine Top-Initiative. Stellen Sie die fünf Fragen, bis das Portfolio auf die Top-Kandidaten eingegrenzt ist.

Prioritäten setzen

Der letzte Schritt besteht darin, die Auswahl aus dem in Schritt 2 erstellten Anwendungsportfolio weiter einzugrenzen und die bestmögliche Anwendung für den Start der Entwicklung auszuwählen. In diesem Schritt werden auch die verbleibenden Anwendungen im Portfolio (aus Schritt 2) in der richtigen Reihenfolge angeordnet, wodurch eine Portfolio-Roadmap für die Zukunft erstellt wird.

Ordnen Sie die Top-Kandidaten denselben fünf Validierungsfragen aus Schritt 2 zu, aber dieses Mal wird jede Anwendung gewichtet und mit einem Wert für alle fünf Fragen versehen. Die untenstehende Abbildung zeigt den absoluten Gewinner unter Berücksichtigung des "Wow"-Faktors, des Geschäftswerts, der Komplexität und des Expositionsgrads sowie die Roadmap für die übrigen Anwendungen.